|
"Hallo, Mister Gott, hier spricht Anna " heisst das Stück, das seit seiner ersten Ankündigung mit Spannung erwartet worden war und in Eisenberg vor einem streckenweise atemlosen Publikum gespielt wurde." So der Beginn einer Pressebesprechung der "Rheinpfalz".
Die englische Zeitung "The Guardian" schrieb zu dem Buch, auf dem das Stück basiert: "Das ist ein himmlisches Buch, dass zufällig auf die Erde gefallen ist".
Als Neunzehnjähriger erlebt und später aufgeschrieben hat die Geschichte "Fynn" (Pseudonym), der heute anonym, fast 90jährig, in Südengland lebt. Er fand Anna als fünfjährige in den Londoner Docks und erlebte mit ihr drei Jahre, die sein Leben veränderten. Im Theaterstück erzählt Fynn (Thomas Waldkircher) die Geschichte von Anna im Rückblick: ein misshandeltes Kind, der Hölle entronnen. In kleinen Szenen wird das kurze intensive Leben des Mädchens aufgerollt. Ob auf dem Spielplatz beim Ballspiel oder abends im Bett, Anna vermittelt Fynn ihre erstaunliche Philosophie in ernsten und witzigen Dialogen, die in ihrer Substanz bisweilen an die Zwiegespräche zwischen Saint-Exupérys Kleinem Prinzen und dem Piloten erinnern. Anna hinterfragt alles, stellt alles in Frage und entschlüsselt für alles die richtigen Antworten. Sie hat die unbekümmerte Wissbegierde eines Kindes und die ungeheure Weisheit einer alten Philosophin. Jede Sekunde entdeckt sie etwas Neues, dass sie auf höchst ungewöhnliche Weise neu interpretiert. Wie das gleichnamige Buch des irischen Mathematikers "Fynn" lebt die Inszenierung von der unverwechselbaren Mischung aus Tragik und Komik, Poesie und Humor, Weisheit und kindlichem Witz.
Die Bühnenbearbeitung des Theaters in medias res ist die einzig auf der Welt vom Autor selbst gelesene und autorisierte Fassung des Buches, dabei lag der Schwerpunkt von Theater und Autor auf der wortgetreuen Wiedergabe von Anna's Ausführungen. Denn Anna hat gelebt und für "Fynn" ist sie für immer Teil seines Lebens. Diese Achtung vor der Liebe Fynns zu Anna, drückt sich in der ganzen Inszenierung aus: in der Intensität, der Hingabe mit der die Schauspieler ihre Rollen spielen, der Konsequenz und Bedingunglosigkeit der Aussagen, dem Mut, vor einem grossen Publikum grosse Fragen zu stellen und Antworten zu geben und nicht zuletzt in den liebevoll ausgesuchten Requisiten und dem symbolhaften Bühnenbild. So entsteht von der Bühne aus ein Kraft, eine Direktheit, die es dem Publikum leicht macht, den Ausführungen auf der Bühne zu folgen und sich von Anna überraschen zu lassen.
|
|